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NACHHALTIGKEIT - 27.09.2021, 16:20 Uhr

Koehler stellt Kohlekraftwerk in Greiz auf Holzfeinfraktion um und spart durch die Innovation mehr als 24.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein

Die Koehler‐Gruppe stellt ihr Kraftwerk am Koehler Paper Standort Greiz aktuell von Braunkohlestaub auf den Brennstoff Holzfeinfraktion um. Den Experten von Koehler Renewable Energy, die auch zur Koehler‐Gruppe gehören, ist es gelungen, ein innovatives Verfahren zu entwickeln, bei dem jetzt ein Biomassesortiment als Brennstoff in dem vorhandenen Kohlekraftwerk genutzt wird, das bisher so noch nicht zum Einsatz kommt. Das ist eine Innovation am Markt. Im Juni 2022 soll das Kraftwerk mit dem neuen Brennstoff in Betrieb gehen. Die gesamte Umstellung lässt sich die Koehler‐Gruppe 6,5 Millionen Euro kosten.

Die Umstellung ist Teil der Klimastrategie von Koehler, denn das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zu produzieren, als für die Papierproduktion benötigt wird. Udo Hollbach, Geschäftsführer des Koehler Paper Standortes in Greiz, ist begeistert: „Durch die Umstellung von Braunkohle auf Holzfeinfraktion sparen wir am Standort Greiz mehr als 24.000 Tonnen CO2‐Emissionen pro Jahr ein.“

Die Kunst des Papiermachens gehört seit über 400 Jahren zu Greiz. Seit 1998 gehört die ehemalige Euler Papierfabrik zur Koehler‐Gruppe. Koehler Paper am Standort Greiz produziert Papiere auf höchstem Niveau und das 100 Prozent aus Sekundärfaserstoffen. Neben einer erstklassigen Altpapieraufbereitung bietet das Werk auch eine hochentwickelte Färbetechnologie, die es erlaubt, Recyclingpapiere in einer einzigartigen farblichen Vielfalt und Qualität herzustellen. So tragen in Greiz hergestellten Produkte das Umweltzeichen „Blauer Engel“.

Da für den Prozess der Papierverarbeitung und ‐trocknung große Mengen an Energie notwendig sind, wurde im Jahr 2010 ein eigenes Heizkraftwerk in Betrieb genommen. Dieses hat eine Feuerungswärmeleistung von 16,7 MW und erzeugt je nach Bedarf bis zu 19 Tonnen Dampf sowie Strom zur Versorgung der Produktion. Als Brennstoff wird bislang Braunkohlestaub verwendet. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen rund um die Uhr für einen reibungslosen Heizkraftwerksbetrieb.

Umstellung auf den Brennstoff Holzfeinfraktion ist Teil der Klimastrategie von Koehler

Die Umstellung des Heizkraftwerkes von Braunkohle auf Holzfeinfraktion als Brennstoff ist Teil der Klimastrategie. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Koehler‐Versprechens, bis zum Jahr 2030 mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zu produzieren, als für die Papierproduktion benötigt wird. Mit der Kraftwerkumstellung begegnet Koehler außerdem den geänderten Rahmenbedingungen durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz, den gestiegenen Anforderungen an Emissionen allgemein und speziell den brennstoffbedingt schwefelhaltigen Emissionen.

Holzfeinfraktion statt Kohlestaub reduziert CO2‐ und schwefelhaltige Emissionen signifikant

Der Umstellungsprozess des Heizkraftwerks wurde von den Experten von Koehler Renewable Energy maßgeblich begleitet. Zahlreiche Projekte hat Koehler Renewable Energy bereits im Bereich Biomasse‐Kraftwärmekopplungsanlagen, Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft umgesetzt. Dabei beherrschen die Experten alle Stufen der Wertschöpfungskette, angefangen bei der Akquisition, über die Planung und Entwicklung, bis hin zu einem reibungslosen, langfristigen Betrieb.

Zwei Verbrennungsversuche haben während der Projektphase stattgefunden, die positive Ergebnisse lieferten, um das neue Verfahren zu entwickeln. Es konnte ein stabiles Flammenbild und eine sehr gute Verbrennung erzielt werden und dies bei reduzierten Schwefeldioxidemissionen. Als neuer Brennstoff wird eine abgesiebte Holzfeinfraktion aus der Holzverarbeitung und Holzaufbereitung verwendet. Der Heizwert der Holzfeinfraktion liegt bei ca. 14 MJ/kg, der von Braunkohlestaub bei 21 MJ/kg. Um den neuen Brennstoff im vorhandenen Heizkraftwerk nutzen zu können, müssen bauliche und anlagentechnische Maßnahmen erfolgen und zusätzliche Silos angeschafft werden. Insgesamt können so am Standort Greiz 24.000 Tonnen CO2‐Emissionen pro Jahr eingespart werden. Darüber hinaus kann durch die Brennstoffumstellung auch eine deutliche Verringerung der Schwefelemissionen und Schadstofffrachten, im Vergleich zu Braun‐ kohlestaub, erreicht werden. Positiv ist außerdem die deutliche Unterschreitung der Richtwerte für Lärm in der Nacht, trotz des zusätzlichen Anlagenbaus.

Inbetriebnahme für Juni 2022 geplant

Es ist geplant, die baulichen Änderungen am Kraftwerk sowie die zusätzlich benötigte Anlagentechnik rund um das Kraftwerk im Oktober 2021 zu beginnen und bis Mai 2022 fertigzustellen. Der Feuerungswechsel mit dem nachhaltigen Brennstoff soll im Juni 2022 starten.

Im Klimaabkommen von Paris im Jahr 2015 haben sich 190 Vertragsparteien, darunter auch die Europäische Union, dazu bekannt, mit entsprechenden Maßnahmen die Erderwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Private Unternehmen sind ausdrücklich dazu aufgerufen, ihren Beitrag durch Emissionsminderung dazu zu leisten. Kai Furler, Vorstandsvorsitzender der Koehler‐Gruppe, betont: „Mit dem Ersetzen von fossilen Brennstoffen trägt Koehler seinen Teil zur Reduzierung der Klimaerwärmung aktiv bei.“


Abbildung: Koehler Paper, Standort Greiz

Weitere Informationen: https://www.koehler.com

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